+49 89 3070 967 5
Siegfriedstraße 9, 80803 München
Buxacherstraße 5, 87700 Memmingen

Hitze im Büro – Pflichten für Arbeitgeber

22. August 2020
Hitze im Büro – Pflichten für Arbeitgeber

Es ist Sommer 2020 in Deutschland. Draußen ist es heiß, wie fühlen sich dann erst die Büroräume an?

Muss der Arbeitgeber hierbei einschreiten und eine Klimaanlage zur Verfügung stellen bzw. einen Ventilator zur Verfügung stellen?

Hierauf gibt es keinen direkten Anspruch, jedoch hat der Arbeitgeber einige Pflichten gegenüber dem Arbeitnehmer zu bewahren.

Den Arbeitgeber treffen im Rahmen seiner sogenannten allgemeinen Fürsorgepflicht gem. § 618 BGB die Pflicht bestimmte Maßnahmen zu ergreifen, um der Hitze im Büro entgegenzuwirken.

Gemäß der Arbeitsstättenregel A3.5 existieren im Sommer für hohe Raumtemperaturen abgestufte Grenzwerte. Sobald die Raumtemperatur über 26 Grad klettert, soll der Arbeitgeber Hitzeschutzmaßnahmen ergreifen.

Nach der Arbeitsstättenregel A3.5 soll die Raumtemperatur im Büro nicht mehr als 26 Grad betragen. Sobald diese Temperatur überschritten wird, soll der Arbeitgeber sog. Hitzeschutzmaßnahmen ergreifen. Das ist z.B. die Möglichkeit der besseren Belüftung, geeignete Getränke oder auch die Lockerung der Kleiderordnung. 

Es handelt sich aber nur um eine sog. "Sollvorschrift". Der Arbeitgeber ist jedoch noch nicht verpflichtet, diese Maßnahmen zu ergreifen. Etwas anderes gilt nur dann, wenn den betroffenen Arbeitnehmer bereits bei diesen Temperaturen konkrete Gesundheitsbeeinträchtigungen drohen. Dies ist insbesondere bei Schwangeren oder bei Beschäftigten mit besonders schweren körperlichen Arbeiten denkbar.

Obwohl ab 30 Grad ein Anspruch auf entsprechende Schutzmaßnahmen durch den Arbeitgeber besteht, ist es oft schwierig diesen Anspruch gerichtlich durchzusetzen. Denn das Ziel soll gerade eine schnelle Lösung in der akuten Hitze sein.

In der Regel sollten Arbeitgeber und Arbeitnehmer daher eine gemeinsame Lösung des Problems suchen. Immerhin leidet auch die Arbeitsleistung unter den hohen Temperaturen und es wird bei Hitze im Allgemeinen zunehmend schwieriger sich zu konzentrieren.

Sofern ein Betriebsrat besteht, können sich Arbeitnehmer auch an diesen wenden. Der Betriebsrat kann insbesondere Vorschläge einbringen und hat ein Mitbestimmungsrecht bezüglich der konkreten Maßnahmen, die der Arbeitgeber nach der Arbeitsstättenregel ergreift.

Wichtig zu wissen ist ebenfalls:

Wird im Raum eine Temperatur von + 35 Grad erreicht, dann ist der Raum nicht mehr als Arbeitsraum zu verwenden.

Für weitergehende Fragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung. Vereinbaren Sie für eine rechtliche Beratung gern einen Termin mit unserem Sekretariat!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sofort und unverbindlich einen kostenlosen Beratungstermin vereinbaren!

Loading...

Weitere Blogartikel

Hitze im Büro – Pflichten für Arbeitgeber

Es ist Sommer 2020 in Deutschland. Draußen ist es heiß, wie fühlen sich dann erst die Büroräume an? Muss der Arbeitgeber hierbei einschreiten und eine Klimaanlage zur Verfügung stellen bzw. einen Ventilator zur Verfügung stellen? Hierauf gibt es keinen direkten Anspruch, jedoch hat der Arbeitgeber einige Pflichten gegenüber dem Arbeitnehmer zu bewahren. Den Arbeitgeber treffen […]

Corona-Virus und Probleme der Unternehmen: Möglichkeit #7

Siebte Möglichkeit: Kredit bei KFW-Förderbank Es besteht die Möglichkeit einen Kredit bei der KFW-Förderbank zu beantragen. Der Antrag muss dafür bei der Hausbank gestellt werden. Bei kleinen und mittleren Firmen (bis 50 Millionen Umsatz und 250 Mitarbeitern) übernimmt der Bund 90 Prozent der Haftung statt bislang 80 Prozent. Den Rest übernimmt die Hausbank. Bei Krediten […]

Corona-Virus und Probleme der Unternehmen: Möglichkeit #6

Sechste Möglichkeit: Entschädigungsmöglichkeiten Entschädigung, aber nur unter bestimmten Voraussetzungen: Für den Fall, dass der Betrieb ihres Arbeitgebers von den Behörden zur Schließung aufgefordert wurde oder unter Quarantäne gestellt wurde und sie deshalb „freigestellt“ werden sollen, gilt Folgendes: Grundsätzlich tragen die Arbeitgeber auch bei den unerwarteten und von ihnen unverschuldeten Betriebsstörungen, zu denen auch die extern […]

CORONA-Finanzhilfen in Bayern und KfW-Unternehmenskredite und „Unternehmen in Schwierigkeiten“.

Für die CORONA-Finanzhilfen und Liquiditätskredite ist Fördervoraussetzung, dass der Antragssteller ein Unternehmen sein muss, dass durch die Corona-Pandemie in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten ist, die seine Existenz bedrohen (Liquiditätsengpass). Dabei dürfen aus EU-beihilferechtlichen Gründen keine „Unternehmen in Schwierigkeiten“ durch CORONA-Finanzhilfen und Liquiditätskredite unterstützt werden, sofern nicht ihre Schwierigkeiten unmittelbar auf die Corona-Pandemie zurückzuführen sind. Unternehmen, die […]

Aktuelles

Hitze im Büro – Pflichten für Arbeitgeber

Es ist Sommer 2020 in Deutschland. Draußen ist es heiß, wie fühlen sich dann erst die Büroräume an? Muss der Arbeitgeber hierbei einschreiten und eine Klimaanlage zur Verfügung stellen bzw. einen Ventilator zur Verfügung stellen? Hierauf gibt es keinen direkten Anspruch, jedoch hat der Arbeitgeber einige Pflichten gegenüber dem Arbeitnehmer zu bewahren. Den Arbeitgeber treffen […]

Philosophie

Probleme sind dafür da, gelöst zu werden.

Probleme zu lösen: bedeutet für uns, Ihr Anliegen vollumfänglich zu verstehen und gemeinsam mit Ihnen die für Sie bestmögliche Lösung zu erarbeiten. Unser Anspruch ist es dabei, Sie von Anfang bis Ende vollumfänglich zu beteiligen und Ihnen alle Chancen aufzuzeigen, ohne dabei die Risiken aus den Augen zu lassen. Wir informieren Sie fortlaufend über den aktuellen Stand des Verfahrens, indem wir Sie in alle Schritte miteinbeziehen.
© Alle Rechte liegen bei Dinkl Rechtsanwälte
linkedin facebook pinterest youtube rss twitter instagram facebook-blank rss-blank linkedin-blank pinterest youtube twitter instagram